GESCHICHTE DES PALASTS MORTĘGI

Mortęgi war im 14. Jahrhundert ein Adelsdorf, das nach polnischem Recht organisiert wurde. Davor waren sowohl das Dorf als auch die Gebiete an der Drewenz und der Welle vom Stamm der Sassen besiedelt. Mortęgi zählten zu dieser Zeit 66 Hufen. Ende des 14. Jahrhunderts wurde der Ritter Ludwik (I) Mortęski, der Kastellan und der Woiwode von Kulm, Eigentümer dieser Gebiete. Dieser Ludwik (I.) war der Urahne eines berühmten Adelsgeschlechts, das hohe Würden und Ämter in der Geschichte Polens bekleidete. 1388 verlieh der Hochmeister des Deutschen Ordens Dietrich von von Altenburg dem Geschlecht Mortęski ein Landgut. Der heutige Dorfname ist eine Anlehnung an den Familiennamen. Aus diesem Geschlecht stammen mehrere bekannte Personen, u. a. zwei Culmer Woiwoden.


Ein namhafter Vertreter dieses Geschlechts war Ludwik (II.) Mortęski, Sohn des Ludwik (I.) und der Anna, Ehemann von Elisabeth von Dombrowka, Culmer Kammerherr, Danziger und Elbinger Kastellan und Engelsburger Landrat. Sein Sohn Melchior stand seinem Vater in nichts nach und bekleidete die Ämter des Kammerherrn von Pommerellen und Marienburg. Die Ehefrau von Melchior war Elżbieta geb. Kostka, die Cousine des Culmer Bischofs Piotr Kostka, der auch die Würde des Ermländischen Domherrn und Sekretärs von Sigismund II. August, König von Polen und Großfürst von Litauen, innehatte. Melchior und Elżbieta geb. Kostka hatten vier Kinder: einen Sohn namens Ludwik (III.) und drei Töchter Anna, Elżbieta und Magdalena.




Magdalena Mortęska (geb. 1554) war Äbtissin und eine Reformatorin des Benediktinerinnenordens und gilt als die Schutzheilige des Palasts. In der Kindheit verlor sie ihr rechtes Auge. 1578 trat sie in das Culmer Kloster ein und wurde bereits nach einem Jahr dessen Äbtissin. Sie führte eine grundlegende Reform des Benediktinerinnenordens durch, die 1605 vom Heiligen Stuhl bestätigt wurde.

Zum Nachlass der Magdalena Mortęska gehören mehrere Dutzend Briefe, ein umfassender juristisch-pädagogischer Kommentar zur Regel des hl. Benedikts und eine Sammlung ihrer Lehren für die Mitschwestern.


In den Jahren 1615-1630 ging das Vermögen in den Besitz der Familie Żaliński über. Im Jahr 1667 gehörte der Ort Stanisław Narzymski. Außer dem Dorf gab es auch ein Vorwerk, das im Jahr 1789 zwölf Höfe umfasste. 1885 bewohnten das Dorf und das Vorwerk 338 Personen. Die Schule entstand vor dem Jahr 1885. Im 19. Jahrhundert befanden sich in Mortęgi (damals Mortung) auch ein Gasthaus und eine Brennerei.

Die größten Veränderungen fanden nach dem Jahr 1800 statt, als der Ritterhof in ein neoklassizistisches Bauwerk umgewandelt wurde. In den Jahren 1880-1945 befand sich Mortung im Besitz der Familie Geiger, die von der in diese Gegend einziehenden Roten Armee erschossen wurde. Nach der Parzellierung des Vermögens im Jahr 1945 stand der Palast leer. In den Jahren 1947-50 wurde darin eine Volkshochschule untergebracht. Danach hatten hier u. a. die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft „Przyszłość“ (dt. „Zukunft“), eine Grundschule und ein Kindergarten ihren Sitz.


Seit 2013 gehört das Anwesen Alina und Jan Szynaka, die es sich zum Ziel setzten, die jahrhundertealte Tradition des Palasts und der dazu gehörenden Gebäude wiederzubeleben. Im Frühling des Jahres 2016 restaurierten die neuen Eigentümer die Kapelle, in der sich heute die Glocke mit dem Bildnis der Mutter Magdalena Mortęska befindet. Dank den Bestrebungen des Ehepaars Szynaka erstrahlen der Palast und das ganze Gelände im alten Glanz. Wir laden Sie dazu ein, uns zu besuchen. Hier wird Geschichte lebendig!



Palast Mortęgi Hotel & SPA**** ist ein sanierter, denkmalgeschützter Komplex, mit: einem Palast, zahlreichen Vorwerkbebauungen aus dem 14. Jahrhundert und einem englischen Park vom Ende des 19. Jahrhunderts. Er befindet sich in einem kleinen Dorf Mortęgi in der Nähe von Lubawa, in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Das Hotel verfügt über 50 Zimmer und Appartements. Einige von ihnen befinden sich im stilvollen Palast und der Rest in zwei anderen, ebenso stillvollen Gebäuden - dem Hof und dem Hinterhaus.


In dem Palastteil befindet sich eine Orangerie, eine Bar, eine Bibliothek sowie Konferenz- und Bankettsäle. Es ist ein idealer Ort für repräsentative Firmentreffen und Hochzeiten und besondere Veranstaltungen für die anspruchsvollsten Gäste. Für die Personen, die eine Trauung in einer einzigartigen Umgebung organisieren möchten empfehlen wir die historische, restaurierte Kapelle neben dem Palast. Im Keller des Palastes warten auf die Besucher ein Pool, Whirlpool, Trocken-, Nass- und Infrarotsauna und gemütlicher SPA mit drei Räumen.

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MUTTER MAGDALENA MORTĘSKA

Matka Magdalena Mortęska

Die Schutzheilige des Objekts ist die Dienerin Gottes Mutter Magdalena Mortęska. Sie ist im Jahr 1554 in Pokrzywno (dt. Engelsburg), einer kleinen Ortschaft unweit von Grudziądz (dt. Graudenz) zur Welt gekommen. Sie stammte aus Königlich-Preußen. Ihr Familiengut war das Dort Mortęgi nad Lubawą (dt. Mortung an der Löbau). In der Kindheit verlor sie ihr rechtes Auge. Sie stammte aus einer Senatorenfamilie. Ihr Vater Melchior Mortęski war Landrat von Engelsburg und Kammerherr von Marienburg. Ihre Mutter Elżbieta geb. Kostka war die Schwester des Culmer Bischofs Piotr Kostka. Über sie war Magdalena Mortęska mit dem mächtigen Adelsgeschlecht Kostka verwandt, u. a. mit dem hl. Stanisław Kostka aus Rostkowo. Sie war auch mit Anna Jagiellonica, der Gemahlin des polnischen Königs Stephan Báthory; Jan Kostka den Abt von Oliwa und Krzysztof Kostka, den Woiwoden von Pommerellen, verwandt. Erwähnenswert ist auch ihre Verwandtschaft zum ältesten polnischen Königsgeschlecht den Piasten und zum mächtigen polnisch-litauischen Magnatengeschlecht Sapieha. Ihre Schwester Anna Ludwika heiratete Ernst Weiher, aus dessen Geschlecht die Gründer der heutigen Stadt Wejherowo stammen. Zu den Besitztümern der Familie Mortęski gehörte das Dorf Mortęgi, das unweit von Lubawa gelegen ist.

Nach dem Tod der Mutter von Magdalena Mortęska übernahm etwa um das Jahr 1560 ihre Tante Erziehung. Magdalena wurde im Geiste der Religiosität und Strenge erzogen und die Führung des Haushalts gelehrt. Im Alter von 12 Jahren legte Magdalena bereits die Keuschheitsgelübde ab. Sie dachte bereits damals über den Eintritt in das Benediktinerinnenkloster ein, was jedoch auf entschiedenen Widerspruch ihres Vaters stieß. Dieser sandte sie in deren Familienhof in Mortęgi zurück. Um sie vom Eintritt ins Kloster abzubringen, verbot er ihr u. a. den Lese- und Schreibunterricht. Sie war jedoch nicht gewillt, die Entscheidung ihres Vaters zu akzeptieren und fand einen Lehrer in Person eines Hofschreibers.

Ihre schönsten Jugendjahre verbrachte sie in Mortęgi an der Seite des Culmer Bischofs Piotr Kostka, der des Öfteren im Sitz der Culmer Bischöfe in Lubawa weilte. Im Jahr 1578 verließ sie Mortęgi unter dem Vorwand der Teilnahme an Exerzitien und trat, entgegen dem Willen ihres Vaters, in das Culmer Benediktinerinnenkloster ein.


Bereits ein Jahr später wurde sie Äbtissin. Als eifrige und gottesfürchtige Person nahm sie sich der Wiederbelebung des geistigen Ordenslebens an. Dank ihrem Glauben und ihrem Unternehmergeist führte sie den Benediktinerinnenorden aus der Krise. Sie reformierte die Regel des hl. Benedikt, indem sie Mädchen den Unterricht (Lesen, Schreiben, Rechnen, Gesang und Handarbeiten) ermöglichte. Sie lenkte dabei ein besonderes Augenmerk auf die Ausbildung der Ordensschwestern, die von nun an das Lesen und Schreiben in Polnisch und Latein erlernen mussten. Diese Maßnahmen wirkten sich positiv auf das Bildungsniveau der Frauen adeliger und bürgerlicher Abstammung aus. Im Jahr 1589 übernahm Mutter Magdalena dann auch noch die Führung des Zisterzienserklosters in Żarnowiec (dt. Zarnowitz). Sie wandelte dieses in ein Benediktinerinnenkloster um und siedelte dort Ordensschwester aus Chełmno (dt. Culm) an. 1590 fiel ihr auch das Kloster in Nieśwież (dt. Neswisch) in die Hände. 1603 stiftete sie das Kloster in Bysławek (dt. Klein Bislaw). 1604 wurde ihr das Kloster in Lwów (dt. Lemberg) unterstellt. In den Jahren 1604-1624 wurden auf ihre Initiative hin, u. a. Klöster in Poznań (dt. Posen), Jarosław (dt. Jaroslau), Sandomierz (dt. Sandomir), Sierpiec und Grudziąc (dt. Graudenz) errichtet. Insgesamt zählte die Culmer Kongregation zu ihren Lebzeiten 22 Klöster.

Sie rief auch ein Priesterseminar in Poznań ins Leben, das Kaplane ausbildete. Im Jahr 1593 beteiligte sie sich auch an der Stiftung des Jesuitenkollegs in Toruń (dt. Thorn). Nach einigen Jahren entwickelten sich die Klöster in Chełmno und Toruń dermaßen, dass die Mutter Mortęska damit begann, ihre Mitschwestern in andere Niederlassungen in Polen zu entsenden, um auch dort ähnliche Reformen einzuführen.

Die Verdienste von Magdalena Mortęska für Polen in der Zeit nach dem Konzil von Trient sind nicht hoch genug einzuschätzen. Sie hinterließ zwei große Werke, die zur religiös-mystischen Literatur zählen. Das erste stellt einen Bibelkommentar dar und heißt „Geistliche Lehren“. Das zweite „Meditationen über die Passion Christi“ ist eine nach der Benediktiner Regel geordnete Reflexion über das Leiden Christi. Außerdem sind von ihr einige Briefe erhalten geblieben.

Magdalena Mortęska starb am 15. Februar 1631. Sie wurde in der Klosterkirche in Chełmno (dt. Culm) unter dem Hauptaltar begraben. Deren Eltern und Bruder wurden in der Kapelle in der St. Anna-Kirche in Lubawa beerdigt. Bereits zu ihren Lebzeiten schätzten Bischöfe und Nuntien Magdalena für die Einhaltung der Ordensregeln. Deshalb wurde deren Seligsprechungsprozess zweimal wiederaufgenommen. Schließlich stellte Andrzej Suski, der Bischof von Toruń, am 18. Dezember 2015 ein Edikt betreffend deren Seligsprechungs- und Heiligsprechungsprozess aus.